Zum Werk von Bettina Skrzypczak

In einem Kommentar zu ihrer Ensemblekomposition „Vier Figuren“ zitiert Bettina Skrzypczak den Maler und Bildhauer Alberto Giacometti:

„Die Welt erstaunt mich von Tag zu Tag mehr. Sie wird entweder weiter oder wunderbarer, sie wird unfassbarer, schöner. Das Detail begeistert mich, das kleine Detail, wie das Auge in einem Gesicht oder das Moos auf einem Baum. Aber nicht mehr als das Ganze; denn warum sollte man „Zum Werk von Bettina Skrzypczak“ weiterlesen

Und wenn jetzt Helmut Lachenmann melophob wäre?

Dies ist eine kleine Betrachtung über Helmut Lachenmann, seine teilweise Abkehr vom Geräusch und sein Verhältnis zur Melodie.

Routine ist der Tod jeder Kunst, auch und gerade dort, wo sie gegen eingeschliffene Wahrnehmungsgewohnheiten rebelliert. Das erkannte schon Strawinsky, als er „Und wenn jetzt Helmut Lachenmann melophob wäre?“ weiterlesen

Helmut Lachenmann und die Transzendenz

Helmut Lachenmann Es mag vermessen erscheinen, im Zusammenhang mit der Musik von Helmut Lachenmann von Transzendenz zu sprechen. Wie kaum ein anderer legt er, wenn er sich über seine Musik äußert, sein Augenmerk strikt auf Fragen des musikalischen Materials und dessen Wahrnehmung, und nichts ist ihm so verdächtig wie eine spekulative, durch das Hören nicht gedeckte Interpretation des real Erklingenden, „Helmut Lachenmann und die Transzendenz“ weiterlesen

Helmut Lachenmann zur Alpensinfonie von Richard Strauss

Dieses Gespräch mit Helmut Lachenmann über die Alpensinfonie von Richard Strauss entstand im Hinblick auf ein Konzert des Ensemble Modern Orchestra beim Lucerne Festival 2005. Auf dem Programm stand neben der Alpensinfonie auch Lachenmanns „Ausklang“.

Helmut Lachenmann, es war Ihre Idee, die Alpensinfonie von Richard Strauss neben Ihre Komposition „Ausklang“ für Klavier und Orchester zu stellen. In der Konfrontation drängt es sich geradezu auf, sie als eine Inkarnation dessen zu hören, was Sie einmal den „ästhetischen Apparat“ genannt haben: die Gesamtheit der gesellschaftlichen Bedingungen für die Kunstproduktion einer Epoche, in diesem Fall der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Strauss wird oft nachgesagt, er habe sich in diesem Apparat gemütlich eingerichtet und seine Musik sei entsprechend unreflektiert, was ihren Zeitbezug angehe.

Helmut Lachenmann: Die Alpensinfonie ist keine unreflektierte Musik. Sie gibt sich ungebrochen, aber das ist etwas anderes als unreflektiert. „Helmut Lachenmann zur Alpensinfonie von Richard Strauss“ weiterlesen

Porträt José Luis de Delás

José Luis de DelásAm 28. März 2018 wird José Luis de Delás 90 Jahre alt. Der spanische, in Barcelona geborene Komponist studierte ab 1949 zunächst in München und kehrte 1957 nach einigen Jahren Heimataufenthalt endgültig nach Deutschland zurück. Heute lebt er in der Nähe von Köln, der Stadt, in der er jahrzehntelang gewohnt und gearbeitet hat. „Porträt José Luis de Delás“ weiterlesen

Younghi Pagh-Paan und der lange Weg

Ein Portrait der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan
Von Max Nyffeler

„Niemals sollen sie mich besitzen, weder lebendig noch tot! Ankommen möchte ich endlich! Ich bin’s, der Mensch“,

sagt Ödipus in Younghi Pagh-Paans Oper „Mondschatten“.[1] Nach einem langen, schrecklichen Leben, in dem er ungewollt schuldig wurde und sich selbst zur Sühne die Augen ausstach, wird er von seiner Tochter Antigone in den heiligen Hain auf dem Hügel Kolonos geführt, wo er sterben will. Die 2006 in Stuttgart uraufgeführte Oper basiert auf dem Drama „Ödipus auf Kolonos“ aus dem Jahr 401 v. Chr. von Sophokles. Einbezogen in das Libretto wurden auch Texte des koreanischen Philosophen Byung-Chul Han. „Younghi Pagh-Paan und der lange Weg“ weiterlesen