Machaut, gesehen von Heinz Holliger

Wie einschneidend die Aneignung mittelalterlicher Musik durch einen heutigen Komponisten sein kann, zeigen die Machaut-Transkriptionen von Heinz Holliger. Zwei Balladen werden in feinste Flageoletts zerstäubt, isorhythmische Strukturen sukzessive zersetzt. Dem Original folgt zunächst stets die Bearbeitung, und gegen Schluss verselbständigt sich der Eingriff des Komponisten zum eigenständigen, ausgedehnten Werk. In der abschließenden „Complainte“ vereinigen sich die Stimmen des Hilliard-Ensembles mit den drei Violen zu einem melancholischen Lamento. (ECM)

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