Interview mit Dieter Schnebel: „Ich trenne Kunst und Leben nicht mehr“

Dieter SchnebelIn diesem Interview mit Dieter Schnebel aus dem Jahr 1978 [1] kommen wichtige Momente in seiner künstlerischen Entwicklung sowie grundsätzliche Fragen der neuen Musik zur Sprache: sein Abschied vom Avantgardismus, das Verhältnis von Theologie und Psychoanalyse  und die Publikumsferne der neuen Musik. Mehr dazu in der Schlussbemerkung.

 

Herr Schnebel, manche Leute sagen, dass Sie Musik schreiben, die niemand hören will. „Interview mit Dieter Schnebel: „Ich trenne Kunst und Leben nicht mehr““ weiterlesen

Dokumentarfilm Hans Zender

Am 27. und 28. April 2018 fanden im Hause von Hans und Gertrud Zender am Bodensee die Dreharbeiten für den Dokumentarfilm Hans Zender statt. Gedreht wurde in 4k mit 2 Kameras und Stereoton. Regisseur und Produzent des 55minütigen Filmporträts ist Reiner E. Moritz, assistiert von Elke Riemann, die auch den Schnitt betreute. Ko-Autor und Interviewpartner von Hans Zender ist Max Nyffeler. „Dokumentarfilm Hans Zender“ weiterlesen

Michael Quell und die Dark Matter

Michael Quell CoverDie Musik von Michael Quell erschließt sich nicht durch schnelles Hören. Unterscheidet man zwischen Kompositionen, die unmittelbar über ihren Klang zum Hörer sprechen und ihr Innerstes wortlos offenbaren, und solchen, die ihr Potenzial erst in Verbindung mit begrifflicher Reflexion zur „Michael Quell und die Dark Matter“ weiterlesen

Vokalwerke von Cecilie Ore

Cecilia Ore Come to the EdgeDie CD von Cecilie Ore beginnt vielversprechend: Die Aufforderung „Come to the Edge“ – es ist zugleich der Titel des ersten Stücks – wird eindringlich und variantenreich, aber nie aufdringlich wiederholt. Die weichen Dissonanzen des homophonen, harmonisch raffinierten Chorsatzes verleihen der Aussage „Vokalwerke von Cecilie Ore“ weiterlesen

Ein wacher Geist – Erinnerung an Hans Zender

Hans Zender„Die Zeiten klingen zusammen, nicht im Sinne einer Harmonie, sondern oft genug als Widerspruch“, heißt es in einer Notiz von Hans Zender zu seinen „komponierten Interpretationen“, den künstlerischen Neudeutungen alter Werke. Es ist ein typischer Zender-Satz. Und am Schluss seiner Überlegungen zur kreativen Neulektüre alter Werke fasst er seine von wachem Einfühlungsvermögen geleitete Künstlerhermeneutik so zusammen: „Ein wacher Geist – Erinnerung an Hans Zender“ weiterlesen

Aldeburgh und Benjamin Britten

Benjamin BrittenAldeburgh ist noch immer eine erste Adresse unter den internationalen Musikfestivals. Dies nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch was tiefere Erkenntnisse zu aktuellen Befindlichkeiten angeht, und das heißt im Jahr 2019: Zum allgegenwärtigen Streit um den Brexit. „Aldeburgh und Benjamin Britten“ weiterlesen

Giorgio Battistelli: „I Cenci“

Graf Cenci und Beatrice, die Hauptfiguren in der Oper "I Cenci" von Giorgio Battistelli
Familienhorror: Graf Cenci und seine Tochter Beatrice. @ LAC Lugano

Giorgio Battistelli ist ein Opernkomponist mit einer Neigung zu extravaganten, bisweilen auch grausamen Stoffen, und so musste er fast zwangsläufig auf den Theatertext stoßen, den Antonin Artaud 1935 über den Fall der Beatrice Cenci verfasste. Beatrice war die Tochter des korrupten und moralisch verkommenen Grafen Cenci, eines römischen Adligen aus der Zeit der Spätrenaissance; sie wurde von ihm vergewaltigt und „Giorgio Battistelli: „I Cenci““ weiterlesen

Salvatore Sciarrino: Cosa resta

Seiner Komposition „Cosa resta“ für Streichquartett und Stimme hat Salvatore Sciarrino einen Text zugrundegelegt, der auf bestürzende Weise schmucklos daherkommt. Diese  lapidare Sachlichkeit, dieser Verzicht auf alle poetischen Metaphern, Feinheiten der Syntax und subjektiven Ausdrucksvaleurs! Etwas „Unkünstlerischeres“, Banaleres ist als Textbasis für eine Komposition  nicht denkbar: „Einige wurmstichige Fässchen; 1 Kupferkanne mit vier „Salvatore Sciarrino: Cosa resta“ weiterlesen

Eduard Brunner und Helmut Lachenmann

Eduard BrunnerDer 2017 kurz vor Vollendung seines 78. Lebensjahrs verstorbene Klarinettist Eduard Brunner war an der Uraufführung von insgesamt vier Kompositionen von Helmut Lachenmann beteiligt. 2005 gab er in einem Gespräch einen Einblick in seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten. „Eduard Brunner und Helmut Lachenmann“ weiterlesen

Francesco Hoch koloriert Mario Bottas „Steinerne Blume“

Wer sich am letzten Samstag im August zum Gipfel des Monte Generoso aufmachte, wurde dort auf 1700 Metern über Meer mit einer Raumklanginstallation von Francesco Hoch konfrontiert. Für die Bergstation des gemächlich die Hänge ermporklimmenden Zahnradbähnchens hatte der Architekt Mario Botta seine „Fiore di pietra“ („Steinerne Blume“) entworfen, ein ambitioniert gestaltetes Bauwerk mit „Francesco Hoch koloriert Mario Bottas „Steinerne Blume““ weiterlesen