Vinko Globokar, Konstrukteur prekärer Wirklichkeiten

1971 komponierte Vinko Globokar das rund neunminütige Stück „Atemstudie“ für Oboe solo für seinen Musikerkollegen und Freund Heinz Holliger. Der Atem wird hier als eine Art Generator behandelt, der die Tonproduktion der Oboe antreibt. Es ist ein enorm kräftezehrendes Stück und verlangt vom Interpreten höchsten Körpereinsatz. Im ganzen Stück gibt es praktisch keine Atempause, der Interpret muss beim Ein- und Ausatmen spielen. „Vinko Globokar, Konstrukteur prekärer Wirklichkeiten“ weiterlesen

Donaueschinger Musiktage auf Identitätssuche

Die Donaueschinger Musiktage werden gegenwärtig etwas durchgelüftet. Da ist einmal der in einer Radiodiskussion zum Festivalbeginn beklagte „eklatante Gendergap“, der bisher auch in dieser Hochburg des musikalischen Fortschritts eine Realität war. Den fetten Uraufführungskuchen haben seit je fast nur die Männer unter sich aufgeteilt, „Donaueschinger Musiktage auf Identitätssuche“ weiterlesen

George Antheil, Bad Boy of Music

Der Komponist im Spiegel seiner locker erzählten Autobiografie

George Antheil, Bad Boy of MusicGeorge Antheil erinnert sich, wie er in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg das europäische Konzertpublikum in Aufregung versetzte:

Skandale wurden bei meinen Konzerten fast etwas Alltägliches, weil ich einer der wenigen Pianisten jener Zeit war, die jedes Konzert mit einer modernen Gruppe abschlossen – am liebsten mit den Hypermodernen. Ja, ich endete sogar stets mit ein oder zwei meiner eigenen Sachen – den „Mechanisms“, der „George Antheil, Bad Boy of Music“ weiterlesen

Und wo ist der Populismus in der Musik?

In der Politik ist Populismus das Wort des Jahres. Da stellt sich die Frage: Gibt es so etwas auch in der Musik, und wenn ja, wie sieht das aus? Vor dem Betreten des begrifflichen Irrgartens sollte man sich aber erst klar werden, was das viel strapazierte Wort überhaupt bedeutet. „Und wo ist der Populismus in der Musik?“ weiterlesen

Notizen zum Nischenbetrieb

Wenn die Neue Musik mit großem N die Ehre hat, vom Chefreporter der Wirtschaftswoche zum Thema einer längeren Betrachtung gemacht zu werden, so kann man nicht erwarten, dass darin von der ästhetischen Relevanz des Rührbesens die Rede ist. „Notizen zum Nischenbetrieb“ weiterlesen