Górecki explosiv: Streichtrio „Elementi“

Auf einen zu Unrecht etwas vergessenen Entwicklungsstrang der Nachkriegsmoderne, den polnischen Sonorismus, macht das Goeyvaerts String Trio mit seiner Aufnahme von „Elementi“ für drei Streicher von <strong>Henryk Mikołaj Górecki</strong> aufmerksam. Das 1962 entstandene Eröffnungsstück von Góreckis explosivem Triptychon „Genesis“ ist in seiner klanglichen und artikulatorischen Radikalität kaum zu überbieten. Die Grenze zwischen Ton und Geräusch ist fließend, das Glissandogewühl erinnert an die kompromisslose Linearität von Xenakis. Die drei Instrumente sind zu einem einheitlich strukturierten, kratzend aufgerauhten Klangstrom verschmolzen, der sich wie kochendes Magma aus dem Lautsprecher ergießt. Das 1986 entstandene Trio „In Honour of Alfred Schnittke“ von <strong>Nikolai Korndorf</strong> setzt Góreckis Linie fort, deutlich geglätteter, aber mit überraschenden, der Minimal Music abgeschauten harmonischen Wirkungen. (Challenge Records)

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