Wilhelm Killmayer als Liedkomponist

Killmayer CDDer im August 2017 einen Tag vor seinem 90. Geburtstag verstorbene Wilhelm Killmayer war für die Avantgardisten in Darmstadt und anderswo lange der Fortschrittsfeind Nummer eins; seine mit klugen Argumenten untermauerte Skepsis gegenüber dem materialbezogenen Fortschrittsdenken machte ihn „Wilhelm Killmayer als Liedkomponist“ weiterlesen

„Stilles Meer“ von Toshio Hosokawa als Videoaufzeichnung

Die Oper „Stilles Meer“ von Toshio Hosokawa, deren Handlung vor dem Hintergrund der Tsunami- und Atomkatastrophe von 2011 in Fukushima spielt, ist nun in der Hamburger Uraufführungsversion auf DVD erschienen. „„Stilles Meer“ von Toshio Hosokawa als Videoaufzeichnung“ weiterlesen

Vinko Globokar, Konstrukteur prekärer Wirklichkeiten

1971 komponierte Vinko Globokar das rund neunminütige Stück „Atemstudie“ für Oboe solo für seinen Musikerkollegen und Freund Heinz Holliger. Der Atem wird hier als eine Art Generator behandelt, der die Tonproduktion der Oboe antreibt. Es ist ein enorm kräftezehrendes Stück und verlangt vom Interpreten höchsten Körpereinsatz. Im ganzen Stück gibt es praktisch keine Atempause, der Interpret muss beim Ein- und Ausatmen spielen. „Vinko Globokar, Konstrukteur prekärer Wirklichkeiten“ weiterlesen

Il trionfo del tempo e del disinganno

Händel, Il trionfo, CoverVom Oratorium „Il Trionfo del tempo e del disinganno“, das der 22-jährige Händel 1707 während seines Romaufenthalts komponierte, gibt es im Handel zwar gut ein halbes Dutzend CD-Aufnahmen, bisher aber keine nennenswerte szenische Aufzeichnung. „Il trionfo del tempo e del disinganno“ weiterlesen

Abschiedsgruß für Klaus Huber

Rede zum Andenken an den am 2. Oktober 2017 in Perugia im Alter von 92 Jahren verstorbenen Klaus Huber

Klaus Huber, Kirchhofen 1984

Lieber Klaus! Ich weiß, dass du jetzt unter uns bist und uns zuhörst, deshalb spreche ich dich auch so direkt an. Fast fünfzig Jahre lang haben wir uns gekannt, „Abschiedsgruß für Klaus Huber“ weiterlesen

Das große Welttheater der Sofia Gubaidulina

Am Werk der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina zeigt sich exemplarisch der Unterschied zwischen west- und osteuropäischem Komponieren. Während sich die Komponisten hierzulande bis vor kurzem schwer taten, über außermusikalische Aspekte zu sprechen, bekennt sie sich offen zu einer inhaltsgeladenen, religiös grundierten Musik. Form und Struktur sind auch ihr wichtig, doch ergeben sie sich aus den programmatischen Inhalten. „Das große Welttheater der Sofia Gubaidulina“ weiterlesen

Olivier Messiaen: Visions de l’Amen

Die „Visions de l’Amen“ für zwei Klaviere von Olivier Messiaen sind ein Klanggemälde von barocken Dimensionen.

„Die Engel allein genießen das Privileg, miteinander zu kommunizieren ohne Sprache, ohne Konvention und – noch viel wunderbarer – ohne der Zeit und dem Ort Rechnung zu tragen. Das ist eine Macht, die uns vollkommen übersteigt, eine fast erschreckende Fähigkeit der Übertragung“,

notierte der Komponist „Olivier Messiaen: Visions de l’Amen“ weiterlesen

Gérard Grisey: Les Chants de l’amour

Der 1998 im Alter von nur 52 Jahren verstorbene Gérard Grisey komponierte „Les Chants de l’amour“ in den Jahren 1982-1984. Er gehörte zu der Gruppe von Komponisten und Interpreten, die sich um 1970 unter dem Namen „L’Itinéraire“ (Der Weg) zusammenschlossen, um gemeinsam musikalisches Neuland zu erforschen. Hugues Dufourt, Komponist, Wissenschaftsphilosoph und theoretischer Mastermind der Gruppe, prägte für dieses Neuland den Begriff „Spektrale Musik“. „Gérard Grisey: Les Chants de l’amour“ weiterlesen

Olivier Messiaen: Cinq Rechants

„Das Werk ist ein Liebeslied, kommentierte Olivier Messiaen seine „Cinq Rechants“, komponiert 1948 für zwölfstimmigen Chor mit je drei Sopran-, Alt- Tenor- und Bassstimmen. „Dieses Wort allein reicht aus, um die Sänger in ihrer Interpretation des Gedichts und der Musik zu leiten.“ „Olivier Messiaen: Cinq Rechants“ weiterlesen

George Antheil, Bad Boy of Music

Der Komponist im Spiegel seiner locker erzählten Autobiografie

George Antheil, Bad Boy of MusicGeorge Antheil erinnert sich, wie er in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg das europäische Konzertpublikum in Aufregung versetzte:

Skandale wurden bei meinen Konzerten fast etwas Alltägliches, weil ich einer der wenigen Pianisten jener Zeit war, die jedes Konzert mit einer modernen Gruppe abschlossen – am liebsten mit den Hypermodernen. Ja, ich endete sogar stets mit ein oder zwei meiner eigenen Sachen – den „Mechanisms“, der „George Antheil, Bad Boy of Music“ weiterlesen