SN 1993 J: Die Supernova im Kopf

Anmerkungen zum Orchesterstück „SN 1993 J“ von Bettina Skrzypczak

Field of SN1993J (Galaxy M81)
Field of SN1993J (Galaxy M81)

Wie sieht eine Supernova aus? Wir alle kennen die auf Teleskopaufnahmen basierenden Bilder aus dem Weltall. Bunte Bilder von leuchtenden Körpern und Nebeln, von Spiralen und Schlieren aus Licht. „SN 1993 J: Die Supernova im Kopf“ weiterlesen

Zum Werk von Bettina Skrzypczak

In einem Kommentar zu ihrer Ensemblekomposition „Vier Figuren“ zitiert Bettina Skrzypczak den Maler und Bildhauer Alberto Giacometti:

„Die Welt erstaunt mich von Tag zu Tag mehr. Sie wird entweder weiter oder wunderbarer, sie wird unfassbarer, schöner. Das Detail begeistert mich, das kleine Detail, wie das Auge in einem Gesicht oder das Moos auf einem Baum. Aber nicht mehr als das Ganze; denn warum sollte man „Zum Werk von Bettina Skrzypczak“ weiterlesen

Isang Yun, der Komponist zwischen Nord- und Südkorea

Foto Isang Yun
Isang Yun (Foto: Isang Yun Gesellschaft)

„Unser General Kim Jong-il hat tiefen Schmerz bekundet, als der talentierte Musiker Isang Yun verstarb“, sagt die Leiterin des 1996 eröffneten Isang Yun Museums in Nordkorea. „Er war ein Sohn unseres Volkes.“ Sie verweist auf die von der Künstlergruppe Mansudae gefertigte Büste des Komponisten.

In der südkoreanischen Gedenkstätte, der Isang Yun Memorial Hall, steht eine Kopie davon. „Isang Yun, der Komponist zwischen Nord- und Südkorea“ weiterlesen

Und wenn jetzt Helmut Lachenmann melophob wäre?

Dies ist eine kleine Betrachtung über Helmut Lachenmann, seine teilweise Abkehr vom Geräusch und sein Verhältnis zur Melodie.

Routine ist der Tod jeder Kunst, auch und gerade dort, wo sie gegen eingeschliffene Wahrnehmungsgewohnheiten rebelliert. Das erkannte schon Strawinsky, als er „Und wenn jetzt Helmut Lachenmann melophob wäre?“ weiterlesen

Die Welt der Graciela Paraskevaídis

CD Cover Graciela ParaskevaídisGraciela Parasakevaídis gehört zu denjenigen Komponisten und Komponistinnen, deren Qualitäten leider erst nach ihrem Tod so richtig entdeckt werden. Wer es noch nicht gemacht hat, kann es mit dieser CD nachholen. „Die Welt der Graciela Paraskevaídis“ weiterlesen

Hugues Dufourts sinfonisches Schlagzeugstück „Burning Bright“

Hugues Dufourt, Burning Bright„Burning Bright“ lautet der Titel dieses rund einstündigen, für die Percussions de Strasbourg geschriebenen Schlagzeugstücks. Hugues Dufourt, Komponist, Wissenschaftsphilosoph und Theoretiker der ehemaligen Gruppe der Spektralisten, liebt die großen, mit strategischer Intelligenz entworfenen Formen, und seine „Hugues Dufourts sinfonisches Schlagzeugstück „Burning Bright““ weiterlesen

Filmprojekt Hans Zender. Bilder von zwei Drehtagen

Am 27. und 28. April 2018 fanden im Hause von Hans und Gertrud Zender am Bodensee die ersten Dreharbeiten für das Filmprojekt Hans Zender statt. Gedreht wurde in 4k mit 2 Kameras und Stereoton. Regisseur und Produzent des 55minütigen Filmporträts ist Reiner E. Moritz, assistiert von seiner Frau Elke Riemann, die später auch den Schnitt betreuen wird. Autor ist Max Nyffeler, der auch die Interviews mit Hans Zender machte. „Filmprojekt Hans Zender. Bilder von zwei Drehtagen“ weiterlesen

Helmut Lachenmann und die Transzendenz

Helmut Lachenmann Es mag vermessen erscheinen, im Zusammenhang mit der Musik von Helmut Lachenmann von Transzendenz zu sprechen. Wie kaum ein anderer legt er, wenn er sich über seine Musik äußert, sein Augenmerk strikt auf Fragen des musikalischen Materials und dessen Wahrnehmung, und nichts ist ihm so verdächtig wie eine spekulative, durch das Hören nicht gedeckte Interpretation des real Erklingenden, „Helmut Lachenmann und die Transzendenz“ weiterlesen

Helmut Lachenmann zur Alpensinfonie von Richard Strauss

Dieses Gespräch mit Helmut Lachenmann über die Alpensinfonie von Richard Strauss entstand im Hinblick auf ein Konzert des Ensemble Modern Orchestra beim Lucerne Festival 2005. Auf dem Programm stand neben der Alpensinfonie auch Lachenmanns „Ausklang“.

Helmut Lachenmann, es war Ihre Idee, die Alpensinfonie von Richard Strauss neben Ihre Komposition „Ausklang“ für Klavier und Orchester zu stellen. In der Konfrontation drängt es sich geradezu auf, sie als eine Inkarnation dessen zu hören, was Sie einmal den „ästhetischen Apparat“ genannt haben: die Gesamtheit der gesellschaftlichen Bedingungen für die Kunstproduktion einer Epoche, in diesem Fall der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Strauss wird oft nachgesagt, er habe sich in diesem Apparat gemütlich eingerichtet und seine Musik sei entsprechend unreflektiert, was ihren Zeitbezug angehe.

Helmut Lachenmann: Die Alpensinfonie ist keine unreflektierte Musik. Sie gibt sich ungebrochen, aber das ist etwas anderes als unreflektiert. „Helmut Lachenmann zur Alpensinfonie von Richard Strauss“ weiterlesen

Pierre Boulez und die Dominanz der Wahrnehmung

Pierre Boulez, der abstrakten Theoretiker und Dogmatiker des frühen Serialismus, wandelte sich im Lauf der Zeit schrittweise zum erfahrungsorientierten Praktiker. Erste Anzeichen einer Abkehr vom dogmatischen Denken gab es bei ihm schon in den 1950er Jahren. Er selbst machte daraus nie ein Geheimnis.

Das war nur Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz, und man hat sehr schnell gesehen, dass das nicht sehr weit geführt hat,

erklärte er 2004 auf die Frage nach dem Kompositionsprinzip im Ersten Buch der „Structures“. „Pierre Boulez und die Dominanz der Wahrnehmung“ weiterlesen