Francesco Hoch koloriert Mario Bottas „Steinerne Blume“

Wer sich am letzten Samstag im August zum Gipfel des Monte Generoso aufmachte, wurde dort auf 1700 Metern über Meer mit einer Raumklanginstallation von Francesco Hoch konfrontiert. Für die Bergstation des gemächlich die Hänge ermporklimmenden Zahnradbähnchens hatte der Architekt Mario Botta seine „Fiore di pietra“ („Steinerne Blume“) entworfen, ein ambitioniert gestaltetes Bauwerk mit „Francesco Hoch koloriert Mario Bottas „Steinerne Blume““ weiterlesen

Die Sinfonie X von Dieter Schnebel

Dieter Schnebel 2005
Dieter Schnebel 2005

In Dieter Schnebels Schaffen nimmt die „Sinfonie X“ die Stelle eines Opus summum ein, in dem die gedanklichen Entwicklungen und musikalischen Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten kompositorischer Praxis zusammenfließen. Die große klassische Idee der sinfonischen Form verbindet sich mit den experimentellen Konzepten der späten fünfziger bis frühen siebziger Jahre zu einer ebenso gewagten wie imposanten Synthese des scheinbar Unvereinbaren. „Die Sinfonie X von Dieter Schnebel“ weiterlesen

Nachruf auf Dieter Schnebel

Dieter Schnebel„Einige meiner eigenen Stücke aus den später 70er Jahren wie etwa ‚Pan‘ für Flöte und Begleitung, ‚B-Dur-Quintett’ und ‚Schubert-Phantasie‘ gehen vielleicht auch ein wenig in die postmoderne Richtung, die immerhin an der Zeit war“, sagte Dieter Schnebel 1985 in einem Berliner Vortrag. „Freunde aus der einstigen Avantgarde schalten mich darob reaktionär.“ Auch ich gehörte damals zu denjenigen, die mit diesem unerwarteten Schritt ihre liebe Mühe hatten. „Nachruf auf Dieter Schnebel“ weiterlesen

Galina Ustwolskaja: Klaviersonaten

Galina UstwolskajaDie sechs Klaviersonaten von Galina Ustwolskaja entstanden in einem Zeitraum von über vierzig Jahren, bilden aber aufgrund mancher Gemeinsamkeiten doch einen Zyklus. Die Komponistin wehrte sich jedoch entschieden gegen klischeehafte Eigenschaften, die an ihre Werke herangetragen wurden. „Ich habe es oft wiederholt und bitte sehr darum: Es ist besser, nichts über meine Musik zu schreiben als immer wieder das gleiche „Galina Ustwolskaja: Klaviersonaten“ weiterlesen

Galina Ustwolskaja: Rütteln am Gitter

Galina Ustwolskaja (Foto: Verlag Sikorski)Im zahlenmäßig kleinen Œuvre von Galina Ustwolskaja gibt es zwei Werke für die traditionelle Besetzung Violine und Klavier: Das eine, komponiert 1952, ist betitelt mit „Sonate“, das andere aus dem Jahr 1964 mit „Duett“. Ein Vergleich der beiden Werke zeigt die tiefgreifenden Veränderungen, die sich in diesen zwölf Jahren in ihrer Musik abgespielt haben. Es gibt zwar auch Gemeinsamkeiten wie die Einsätzigkeit oder das Prinzip rhythmischer Wiederholungen. „Galina Ustwolskaja: Rütteln am Gitter“ weiterlesen

Die Exerzitien des Abbé Franz Liszt

Franz LisztDass Franz Liszt im letzten Drittel seines Lebens vorwiegend geistliche Werke komponiert hat, mag nur diejenigen überraschen, die in ihm bloß den überragenden Klaviervirtuosen und von Frauen umschwärmten Salonlöwen sehen. Doch zwei Dinge sollte man nicht vergessen: Er war katholisch erzogen worden und führte als romantischer Künstler ein Leben zwischen den Extremen. Hier das glanzvolle öffentliche „Die Exerzitien des Abbé Franz Liszt“ weiterlesen

„Die Vorübergehenden“, eine neue Oper von Nikolaus Brass

Die Idee für seine Oper Die Vorübergehenden, die am 13. Juli in München als Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wurde, kam Nikolaus Brass bei der Lektüre der Gedichte des schwedischen Nobelpreisträgers Tomas Tranströmer. Fragmente aus dessen lyrischem Werk, ergänzt durch Zeilen von Rose Ausländer und Mahmoud Darwisch, montierte er in seinem Libretto zu einem Text, der einen Bewusstseinszustand des Übergangs zwischen Wachen und Träumen, Leben und Tod entwirft und mit archetypischen Bildern arbeitet. „„Die Vorübergehenden“, eine neue Oper von Nikolaus Brass“ weiterlesen

Mathias Spahlinger: passage/paysage und die Frage der Freiheit

Mathias Spahlinger, Komponist von passage/paysage
(Foto: privat)

Wie ein erratischer Block liegt das Orchesterstück passage/paysage von Mathias Spahlinger in der musikalischen Landschaft. Musikalisches Hartgestein, alle Proportionen sprengend. Zum Anlass seiner Wiederaufführung durch das Ensemble Modern Orchestra, fast drei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, sollen dieser Solitär und das Gedankengebäude, in den er eingebunden ist, hier etwas genauer unter die Lupe genommen werden. „Mathias Spahlinger: passage/paysage und die Frage der Freiheit“ weiterlesen

Toshio Hosokawas Oper „Erdbeben. Träume“

Toshio HosokawaZweieinhalb Jahre nach der Hamburger Uraufführung der Oper „Stilles Meer“ hatte jetzt in Stuttgart mit „Erdbeben. Träume“ ein neues Bühnenwerk von Toshio Hosokawa Premiere. Damals ging es um das Verhalten der Menschen nach der Tsunami-Katastrophe von Fukushima, nun lieferte die Erzählung „Das Erdbeben in Chili“ von Kleist die Vorlage. Beide Male eine Naturkatastrophe, die das Leben der Menschen von Grund auf erschüttert, beide Male ein tragisches Ende. „Toshio Hosokawas Oper „Erdbeben. Träume““ weiterlesen

Peter Ruzicka 70

Mit zwei kleinen, aber feinen Konzert-Events wurde in München der 70. Geburtstag von Peter Ruzicka begangen. In einem Gesprächskonzert im Literaturhaus kamen drei Kammermusikwerke von Ruzicka zur Aufführung, ergänzt durch die Serenade für Violoncello solo von Hans Werner Henze und eine Uraufführung des jungen Italieners Antonio Covello. Einen Tag später folgte in der Black Box im Gasteig ein Kammerkonzert. Beide Konzerte standen unter der Leitung von Peter Tilling, „Peter Ruzicka 70“ weiterlesen